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Leitbild

Der Glarner Heimatschutz richtet sich nach einem klaren Leitbild. Das Leitbild wurde durch den Schweizer Heimatschutz erstellt und vom Glarner Heimatschutz adaptiert, da sich die Anliegen decken.

 

Heimat

Der GLH versteht Heimat als Vertrautheit mit einem bestimmten Ort oder Raum. Heimat entsteht dort, wo gelebt wird. Und wo gelebt wird, finden Veränderungen statt. Eine offene und andauernde Auseinandersetzung mit Neuem und mit Veränderungen ist unerlässlich.

Die Auseinandersetzung mit dem Wandel der Umwelt, mit der Gestaltung des Raumes und mit den zeitbedingten Grenzen unserer Vorstellungen trägt wesentlich zur Bestimmung der Heimat bei. Die Definition von Heimat ist jedoch sehr individuell und geht weit über die Vertrautheit mit einem Ort oder Raum hinaus.

Erhalten

Der GLH versteht sich als Anwalt des gebauten Erbes in städtischen und in ländlichen Räumen, aber auch als Anwalt der Landschaft. Er setzt sich für die Erhaltung, die Pflege und die sinnvolle Nutzung von Werken ein, die sich durch Qualität auszeichnen.

Wir sind uns der Leistungen der Vergangenheit mit ihrer kulturellen Vielfalt bewusst. Um Bauten zu erhalten, suchen wir zukunftstaugliche Lösungen. Der Einbezug von schützenwerten Objekten in das Alltagsleben ist uns wichtiger als die reine Konservierung. Deshalb beschäftigen wir uns vermehrt mit Fragen der Umnutzung. Die Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte schliesst einen behutsamen Umgang mit wertvoller Bausubstanz nicht aus. In der Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege ist Unterstützung wichtiger als Kritik.

Weiterbauen

Der GLH begleitet die Weiterentwicklung der gebauten Umwelt. Seine Aufmerksamkeit erstreckt sich auf alle Aspekte des Bauens und des damit verbundenen Lebens.

Was wir heute bauen, ist Heimat von morgen. Bauen soll nicht nur die Werte der Gesellschaft ausdrücken, sondern auch das Wohlbefinden des Einzelnen berücksichtigen. Die Auseinandersetzung mit dem baulichen Wandel der Umwelt soll von einem aufgeschlossenen und zukunftsorientierten Denken und Handeln geprägt sein. Wir helfen mit bei der Suche nach Lösungen für neue Probleme.

Gestalten

Der GLH befasst sich im besonderen mit Fragen der Gestaltung. Dabei bietet er sich an als fachkundiger Helfer und kritischer Begleiter bei Bauvorhaben aller Art. Der Anonymisierung der gebauten Umwelt tritt er entgegen. Er fördert Qualität.

Der Mensch schafft mit Bauen und mit seinen schöpferischen Fähigkeiten Kultur. Bauherren und Architekten werden mit ihren Werken identifiziert. Wir verlangen, dass die Architektur auf das räumliche, historische und gesellschaftliche Umfeld reagiert und von Qualiät geprägt ist. Qualität fördern kann auch heissen, auf ein Vorhaben zu verzichten.

Kompetent und offen

Der GLH ist fachlich kompetent, gibt sich offen und gesprächsbereit. Er bringt seine Interessen gezielt und frühzeitig ein.

Sachkompetenz wird für eine ernsthafte Verhandlungsführung vorausgesetzt. Gesprächsbereitschaft, Toleranz, Solidarität und gegenseitige Achtung sind uns wichtig. Wir verhalten uns beispielhaft, besonders dann, wenn Konflikte auszutragen sind.

Wahrnehmen von öffentlichen Interessen

Der GLH betrachtet Bauen und Gestalten als Fragen von öffentlichem Interesse. Er setzt sich für diese öffentlichen Interessen ein und vertritt sie gegen einseitige Betrachtungsweisen.

Was gebaut wird, wird in der Regel von der Allgemeinheit wahrgenommen und rückt damit ins öffentliche Interesse. Doch der Anspruch, dieses zu vertreten, rechtfertigt sich nur, wenn unsere Haltung immer wieder durch eine kritische Diskussion hinterfragt wird. Wir verpflichten uns, die gegenseitige Verständigung in unterschiedlichen Standpunkten zu fördern.

Funktion als Vermittler

Der GLH vermittelt zwischen der breiten Öffentlichkeit und der Fachwelt. Kulturelles und architektonisches Erbe sollen im allgemeinen Bewusstsein mehr Platz einnehmen.

Fachwelt und Allgemeinheit sprechen oft unterschiedliche Sprachen. Wir tragen dazu bei, die verschiedenen Ansichten einander näher zu bringen. Dieser Dialog stellt ein Schlüssel dafür dar, dass eine Gesellschaft dem kulturellen und architektonischen Erbe den gebührenden Platz im öffentlichen Bewusstsein geben kann.

Verantwortung der Politik

Der GLH fordert, dass Behörden und Politik ihre Verantwortung am gebauten Raum wahrnehmen.

Wir erwarten ein beispielhaftes Vorgehen von Behörden und Politik, insbesondere bei Planungs- und Bauvorhaben der öffentlichen Hand, aber auch gegenüber Dritten. Ebenso erwarten wir Verantwortungsbewusstsein bezüglich kultureller Werte sowie Offenheit gegenüber Neuerungen und den Anliegen schwächerer Personengruppen.

Umgang mit Ressourcen

Der GLH setzt sich für einen sparsamen Umgang mit materiellen Ressourcen ein.

Boden, Luft und Wasser, nicht erneuerbare Energien, aber auch das bauliche Erbe sind beschränkte Güter. Mit diesen Gütern muss ein Umgang gepflegt werden, der ihre Nutzung auch in der fernen Zukunft zulässt. Wir unterstützen daher Bestrebungen nach intelligenten und in ihren Auswirkungen überschaubaren Lösungen.